Die Liz Mohn Stiftung hat einen Interviewband zu „KI und die Zukunft der Führung“ veröffentlicht. Die Broschüre zeigt, wie KI die Führungsprinzipien in Unternehmen und Organisationen verändert und wie Führungskräfte die Transformation gestalten können. Die Interviews mit Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur eröffnen unterschiedliche Perspektiven darauf, wie technologische Veränderung so gestaltet werden kann, dass sie Menschen stärkt, Verantwortung klärt und Organisationen zukunftsfähiger macht.
In meinem Beitrag versuche ich herauszuarbeiten, dass es unabhängig vom Einsatz Künstlicher Intelligenz grundlegende Führungsprinzipien gibt, die von glaubwürdigen Persönlichkeiten ausgeübt werden können. Sie sollten authentisch sein, nichts vorspielen, sich selbst zeigen. Bei der eigenen Linie, bei der eigenen Moral bleiben. Nicht viele Führungskräfte können das, viele wirken fremdgesteuert. Wichtig ist auch, eine große Offenheit für das Team zu haben. Das Team muss respektiert werden. Man muss es schaffen, vom Betriebsrat über den Koch in der Kantine bis zum Produzenten alle zu begeistern. Alle sind unterschiedlich, aber alle wollen Wertschätzung. Das Wichtigste dabei ist: Es muss eine wirklich empfundene Wertschätzung sein. Kein Blabla. Das geht nur über echtes, ehrliches Interesse.
Führungsverantwortlichkeit hat mit Menschsein und Menschlichkeit zu tun hat. Jetzt gibt es mit der Künstlichen Intelligenz eine technologische Entwicklung, die überall eingreift, auch in das Menschsein und die menschlichen Beziehungen. Und das ist für mich das riesengroße Führungsthema: Die Vermittlung zwischen Menschlichkeit und Technologie. Ich beobachte in der Kultur gerade, dass man angesichts der neuen Technologien mehr in Richtung des Authentischen, des Zwischenmenschlichen rückt. Die Kultur ist vielleicht eine Art Gegenspieler. Sie spielt das technologische Spiel mit und nutzt die KI zur Perfektionierung von Abläufen. Aber wenn ich eine Serie drehe, dann sind da am Set 60 Leute, die interessieren sich nicht wirklich für KI. Die benutzen KI bei der Kamera, beim Ton, überall. Aber am Ende stehen da die Schauspielerinnen und Schauspieler mit einer Regisseurin oder einem Regisseur. Und
es ist eine rein emotionale, zwischenmenschliche Begegnung in einem geschützten Raum.
Und da besteht die Gefahr der KI, dass sie Menschen dazu verführt, sich immer weiter vom Leben wegzubewegen, von der Berührung mit dem wirklichen Leben. Das halte ich für schwierig. Führung entsteht dadurch, dass Menschen sich begegnen. Am Ende des Tages zählt das menschliche Miteinander. KI wird in Zukunft Führungskräfte definitiv nicht komplett ersetzen. Ich glaube eher, dass eine Gegenbewegung stattfinden wird. Je technologischer getrieben die Welt wird, desto stärker wird der Wunsch des Einzelnen nach wirklicher, authentischer, direkter Berührung und Begegnung.







